Slowakei/Ungarn

Wir verlassen Wien mit dem Ziel der Tagesetappe Bratislava. An der Grenze zur Slowakei haben wir zum ersten Mal richtig das Gefühl, dass unser Abenteuer nun wirklich startet. Deutschland und Österreich sind uns als Länder vertraut, wir prechen die Sprache, waren schon das eine oder andere Mal im Lande. Die Slowakei hingegen ist für uns beide Neuland. Umso gespannter sind wir, was uns erwarten wird.  Relativ früh am Nachmittag treffen wir in Bratislava ein. Schon von weitem sehen wir die Burg, das Wahrzeichen der Stadt. Die Stadt mit seinen ca. 450’000 Einwohnern ist überschaubar, wir bewegen uns eh mehrheitlich im Zentrum. Die Stadt hat viel Charme, schöne Gässchen, herrliche Bauten. Was uns aber speziell aufgefallen ist, sind die unendlich vielen Cafés, Bars und Restaurants. Da stellen wir uns lieber nicht vor, wie es im Sommer zur Touristenzeit ausschaut! Wir geniessen die Ruhe und Beschaulichkeit, den ersten warmen Tag, den Apéro draussen in der Sonne. Es ist wie Ferien… Wir nehmen uns auch einen Tag Zeit, die Stadt zu besichtigen, insbesondere aber die Burg. Hier erhaltwir eine gute Übersicht über den geschichtlichen Hintergrund des Landes.

Die nächsten beiden Fahrradtage sind anstrengend. Jeweils trampen wir mehr als 100km. Die erste Tagesetappe führt uns nach Komárno. Die ersten ca.60 km sind ein Traum zum fahren. Sehr gut ausgebaute Radwege, Sonnenschein, Rückenwind ... einfach perfekt. Wir entledigen uns zum ersten Mal der langen Velohosen und fühlen uns zurückversetzt in die Kindheit: jeweils zu Ostern durften wir das erste Mal Kniesocken anziehen. Genau so hat es sich angefühlt. Und dann musste es ja anders kommen: kein asphaltierter Radweg mehr, sondern holprige Feldwege (das ginge ja noch), gefolgt von Kieswegen, die kaum mehr fahrbar waren, so dass wir auf die “Singeltrails” ausweichen mussten. Zudem wechselte der Wind… Geschafft haben wir es trotzdem. Komárno als Ort war speziell. Der Ort schien wie ausgestorben. Die Läden schliessen bereits um 17.00/18.00, die Restaurants haben bis 21.00/22.00 offen. Welcher Gegensatz zu Bratislava!

 

Die nächste Tagesetappe war etwas länger als geplant. Aus den vorgesehenen ca. 95km von Komárno nach Vac in Ungarn wurden es 111km. Einmal mehr hat uns die Fähre, welche erst ab 1. April in Betrieb ist, zu einem Umweg veranlasst. Immerhin sind wir lernfähig und haben im Vorfeld festgestellt, dass sie nicht in Betrieb ist, so dass wir rechtzeitig unsere Route anpassen konnten. Dafür bietet es landschaftlich viel: insbesondere der Abschnitt entlang dem Donauknie inmitten de Hügellandschaft war einmalig, speziell auch deshalb, weil vieles blüht und die Blätter der Bäume spriessen.

 

Vac hat uns überrascht: mit seinen alten Bauten, seinem grossen Platz, der schönen Abendstimmung an der Donau. Ein guter Ausgleich nach einem harten Tag.

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Kommentare: 3
  • #1

    Marlise und Beat (Montag, 03 April 2017 09:03)

    Hoi zäme
    Wir bewundern - und beneiden - Euch! Ihr seid ja schon richtig weit gekommen. Vielen dank auch, dass Ihr Euch die zeit nehmt und uns mit diesem reisetagebuch an Eurer Expedition teilnehmen lasst.
    Wir wünschen Euch allzeit gute fahrt und das passende wetter
    Marlise und Beat

  • #2

    Christen Ruth (Montag, 03 April 2017 13:48)

    Sali Marie-Claire und Markus
    Mit Spannung verfolgen wir Eure Reise, uh.. manchmal möchte ich nicht in Eurer Haut stecken, z.Bsp. auf dem Photo als auf der Brücke der Lastwagen entgegen kam. So schnell kann man mit dem bepackten Velo ja nicht ausweichen! Kompliment auch an Eure Home-Page-einfach nur Bewunderung-wie ihr das organisiert, so können wir teilnehmen an Eurer spannenden Reise. Danke.
    Ruth

  • #3

    Jolanda und Thomi (Donnerstag, 13 April 2017 22:20)

    Liebe Marie-Claire und Markus
    Eure Postkarte haben wir erhalten. Herzlichen Dank. Heute sehen wir zum ersten Mal in euren Reisebericht. Herrlich, dass man da so mitreisen darf (ohne zu schwitzen). Beneidenswert, wie ihr zwei das meistert !
    Wir denken ab und zu an euch und wünschen weiterhin viel Spass, Energie und Gesundheit. Herzliche Grüsse von Jolanda und Thomi