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Serbien/Kroatien

Es ist wieder höchste Zeit für einen Blogeintrag – ansonsten vergessen wir, was wir alles berichten wollen, so vielfältig sind die verschiedenen Eindrücke. Die letzten Tage habe wir teils in Kroatien, teils in Serbien verbracht. Das hängt bei uns von unseren Tagesetappen sowie davon ab, wo wir übernachten können/wollen. Leider haben wir es verpasst, von anfang an zu zählen, wie oft wir die Donau bereits überquert haben. Aber es sind schon viele Male. Und jetzt, da die Donau immer breiter wird, überqueren wir häufig grosse Brücken. Momentan ist es auch damit verbunden, dass wir jeweils den Zoll passieren müssen. Das heisst, in der Kolonne der Autos anstehen, ID bereit halten, aufsteigen, anfahren, anhalten….  und unterschiedliche Währungen bereit haben. Irgendwie haben wir gar nicht daran gedacht, wir sind es gewohnt, entweder mit CHF oder Euro zu bezahlen, und pötzlich benötigen wir kroatische Kuna, serbische Dinar… Bevor wir heute Kroatien verlassen haben, haben wir die letzten Kunas noch so richtig “verchrömerlet”. wie früher: Deo kaufen, einige  Guetlsi, ein Müeslibar. Mineralwasser, und dann waren die Kunas aufgebrauchtJ

Die Landschaftsbilder sind geprägt von Landwirtschaft: grosse Früchtehaine, riesige Äcker, Weinanbau, ab und zu auch ein Schweinebetrieb, Schafherden. Die Route führt uns aktuell nicht immer der Donau entlang, sondern eher übers Land und die Dörfer. Das ist zur Abwechslung auch mal gut. Donaueindrücke und Bilder haben wir schon etliche. Wir merken, dass wir in einer ärmeren Region unterwegs sind: die Strassendörfer mit ihren Häuserreihen sehen eher etwas heruntergekommen aus. Dies ist auch verständlich wenn man bedenkt, dass es noch nicht lange her ist, dass hier Krieg geherrscht hat. Vukovar war beindruckend, aber auch teilweise bedrückend. Hier finden sich noch etliche Erinnerungen an den Krieg. In Vukovar fand eine der ersten Hauptschlachten des Kroatienkrieges zwischen September bis Novembern 1991 statt. Insbesondere der Wasserturm mit seinen vielen Einschüssen soll als “Erinnerung und Mahnmal” an den Krieg so erhalten bleiben als Zeichen dafür, dass ein solcher Krieg nie mehr stattfinden soll. Umso mehr hat uns beeindruckt, wie Vukovar heute wieder dasteht mit seinen restaurierten Bauten, seinem Stadtbild. Hier haben wir auch in einem schönen Appartment übernachtet und im Donau Garten Restaurant sehr gut gegessen. Die Gastfreundschaft war einmal mehr überzeugend.

Fahrtechnisch hatten wir die letzte beiden Tage mit ganz unterschiedlichen Bedingungen zu kämpfen. Angesagt war sehr starker Wind, eigentlich für uns von der richtigen Seite her. Bei Rückenwind konnten wir teilweise ohne gross zu trampen 30h/km fahren. Das ist ja super!! Wehe aber, wenn die Strasse eine Biegung macht und der Wind plötzlich von seitwärts kommt; wir mit unserem Gepäck haben dann eine volle Angriffsfläche. Und wenn dann noch starke Böen dazu kommen, gilt es, das Vehikel in der Spur zu behalten. Armmusekltraining pur….

 

Und heute waren wir mehrheitlich auf der Hauptstrasse unterwegs. Auch wenn das EU-Geld für den Radweg in Serbien bereits gesprochen wurde, existieren tut er noch nicht überall. Für uns hiess es: ich fahre voraus und versuche, den Löchern in der Strasse auszuweichen und Markus rechtzeitig darauf hinzuweisen, auszuweichen. Markus hat im Gegenzug den Blick nach hinten gerichtet und mich immer rechtzeitig informiert, wenn ein Lastwagen im Anzug war: denn das heisst – Fahrrdad festhalten und versuchen, in der Spur zu bleiben, wenn der Luftzug vom Lastwagen kommt!

 

Wir haben die Fahrt überstanden und sind wohlbehalten in Novi Sad angekommen.

Die Stadbesichtigung war von kurzer Dauer: es war sehr kalt und es hat zu regnen begonnen. Aber die Stadt als solches muss, wenn die Temperaturen und das Wetter etwas besser sind, sehr schön sein: die Fussgängerzone mit seinen schönen Bauten, den einladenen Kaffees, den vielen jungen Leuten, da können wir uns vorstellen, dass einiges läuft. Immerhin haben wir die Möglichkeit gehabt, uns die Synagoge anzuschauen. Eigenltich war sie geschlossen. Markus hat aber eine Person angesprochen und sich erkundigt, wie man hinein kommen könnte. Die Person hat geantwortet: “Musiker muss man sein, heute Abend findet hier ein Konzert statt, wir spielen mit 2 akustischen Gitarren”. Der Muskier hat uns also in die Synagoge Eintritt gewährt. Und wir sind am Abend ans Konzert gegangen. Ansonsten hätten wir ja keine Kenntnis davon gehabt., dass dieses Konzert stattfindet. Das war ein schöner Ausklang des Tages! Und Morgen stehen 96 km an, wir möchten Belgrad erreichen.

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