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2. Teil Serbien

Die letzten 4 Tagesetappen führten uns über Vinci, Donji Milanovac, Kladovo nach Negotin.

Landschaftlich war die Strecke einmal mehr sehr abwechslungsreich. Kovin verlassen wir früh am Morgen. Wir wollen die Fähre in Stara Palanka um 13.00 erreichen, wissen aber nicht, wie gut der Feldweg bis dorthin ist (Naturstrasse ist angesagt) und wollen deshalb auf sicher gehen. Wir kommen gut voran mit dem Ergebnis, dass wir 2h auf die Abfahrt der Fähre warten müssen. Wir sitzen in einem lauschigen Garten, lesen Zeitung und schreiben einige Nachrichten und frieren. Ein kalter Wind bläst ununterbrochen!

Endlich bringt uns die Fähre ans andere Ufer, mit dem velofahren wird uns wieder etwas wärmer. Mit der Überquerung der Donau von Stara Palanka nach Ram haben wir uns gleichzeitig entschieden, in Serbien weiter zu fahren und von hier aus nach Rumänien zu schauen. Da es wenig Überquerungsmöglichkeiten über die Donau gibt, wird es sonst zu kompliziert, mal in Rumänien und mal in Serbien zu fahren. In Vinci übernachten wir in einem sehr schön gelegenen B&B, mitten im Wald. Hänsel und Gretel lassen grüssen! Zum Nachtessen serviert uns die Besitzerin feine Hausmannskost: eine Schüssel Hühnersuppe, eine Schüssel Chabissalat, gegrilltes Fleisch mit Bratkartoffeln und zum Dessert Crèpes. Herrlich hat es geschmeckt. Und dann ging es ab zum Schlafen im eiskalten Zimmer… Am Morgen erwartete uns dafür ein perfektes Frühstücksbuffet, das war Entschädigung genug.

Bevor wir eines der Highlights der Donaufahrt erleben dürfen, übernachten wir in Donji Milanovac. Das ist ein spezielles Erlebnis. Am Hang an schönster Lage erhebt sich unser Hotel, ein riesiger Gebäudekomplex aus den 80-er Jahren. Auf der Webseite wird mit dem Spa & Wellness geworben. Aber wo sind die Gäste, die ein solches Hotel füllen sollten? Wir gehören zu den  die wenigen Gäste und fühlen uns fast ein bisschen verloren. Das Zimmer ist o.k. Am nächsten Morgen bedient uns der Kellner im schwarzen Anzug (zwar etwas fleckig), wir haben den Eindruck, dass ihm die Gäste eher lästig sind, und wehe wir haben einen Wunsch wie z.b. einen weiteren Kaffee… Die Szene fühlt sich an wie im Film….

Der Weg führt uns weiter am berühmten eisernen Tor vorbei, dem Durchgang durch die Djerdap Schlucht, gemäss Reiseführer einer der Höhepunkte entlang der Donau. Die Donau verengt sich hier wieder auf 150m Breite, ist dafür ca. 80m tief. Eindrücklich.

Und wir fahren unseren ersten Pass: 277müM!! Von hier aus haben wir einen herrlichen Ausblick ins Hinterland. Wir versuchen uns zum ersten Mal mit dem Selbstauslöser unserer Kamera. Hätten wir doch die Gebrauchsanweisung vorher studiert! Aber nach einigen Versuchen schaffen wir es, unser erstes Bild ist in der Kamera😊

Wir sind froh, haben wir uns für die Route auf der serbische Seite entschieden. Mit Blick auf die rumänische Seite stellen wir fest, dass wir auf einer stark befahrenen mehrspurigen Strasse mit vielen Lastwagen hätten fahren müssen. Uns genügen die Autos und Lastwagen, die an uns vorbeirauschen. Immerhin nehmen sie genügend Abstand, wenn sie an uns vorbeifahre.

 

Am Frühen Nachmittag fahren wir in Kladovo ein. Wir ergattern uns noch das letzte Zimmer im schönen Hotel des Ortes. Die Alternative ist zumindest von aussen betrachtet, nicht gerade anmächelig. Das hat seinen Preis - die ganze Nacht hören wir das Rauschen der Klimaanlagen. Das mit dem Schlafen ist eh so eine Sache; ich habe mich auch nach 5 Wochen noch nicht daran gewöhnt, jeden Abend in einem neuen Zimmer zu schlafen mit dem Ergebnis, dass ich keinen ruhigen Schlaf habe, oft aufwache und somit auch selten ausgeruht in den Tag starte. Markus geht es ähnlich. Und dann kommen ab und zu die Schnarchgeräusche von Markus dazu….

Die heutige Fahrt nach Negotin war sehr schön und gemütlich.Immer wieder haben uns Einheimische zugewunken und einige Worte mit uns gewechselt. Beim Vorbeifahren grüssen wir uns gegenseitig. Immer wieder hören wir: willkommen in Serbien. Wir fühlen uns wirklich willkommen!

Den heutigen Abend haben wir in der City von Negotin verbracht. Es war gar nicht einfach, ein Restaurant zu finden, wo wir etwas essen konnten. Das im Internet angepriesene Sur 202 Plus mit einheimischer Küche war bereits ausgebucht, und ansonsten gab es nur noch die Pizzeria...also gab es Pizza und eine Flasche Wein. Eines weiss ich jetzt schon: nach unserer Reise werde ich für eine gewisse Zeit kein Poulet und keine Pizza mehr essen...

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Kommentare: 2
  • #1

    Urs & Christine (Sonntag, 16 April 2017 15:24)

    Hallo Ihr Lieben
    Wir geniessen die ruhigen Ostertage in Davos und lesen Euren spannenden Blog. Herzlichen Dank. Die Beiträge sind so lebendig geschrieben, dass wir die Szenen vor unserem geistigen Auge sehen können. Wir beneiden Euch um die tollen Erlebnisse. Wir wünschen Euch weiterhin tolle Erlebnisse, eine pannenfreie Fahrt und einen reibungslosen Verlauf der Reise.
    PS wie wäre es mit einem Kochbuch mit den diversen Pouletgerichten? ;-)
    Liebe Grüsse Urs und Christine

  • #2

    Käthi (Sonntag, 16 April 2017 19:41)

    Liebe Marie Claire und lieber Markus.Wir wünschen euch auch schöne Ostertage, vielleicht macht auch ihr einen Unterschied zu eurem Alltag� Auf alle Fälle ist es für uns so spannend immer wieder euere neuen Einträge zulesen.Wir wünschen euch weiterhin eine schöne Pannenfreie Reise.Liebe Grüsse Käthi und Hanspeter