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3000km

Jeeehhh!!! Heute haben wir den 3000-sten Kilometer gefahren. Das fühlt sich echt gut an, wenn man bedenkt, das alles aus eigener Kraft geschafft zu haben. Uns fehlt nur noch ein Tag und dann erreichen wir das schwarze Meer!

Es freut uns sehr festzustellen, dass unser Blog gelesen, die Route verfolgt und vor allem auch die Statistik studiert wird. Und ja, ich muss zugeben, ich war letzte Woche mit der Statistik in Verzug, was eigentlich gar nicht zu mir passt, ich bin doch sonst immer zuverlässig! Markus war da besser, er hat die Route auf Google Maps immer aufgezeichnet!

 

Aber das Radlerleben ist halt auch anstregend. Abgesehen davon, dass wir immer unsere Kilometer radeln, etwas anschauen, Essen einkaufen, ab un zu mal eine Kaffepause einschalten, ist es meist bereits späterer Nachmittag, bis wir am Zielort eintreffen. Da heisst es zuerst Hotel finden, einchecken, 8 Satteltaschen, 2 Lenkertaschen, einen Zeltsack und mindestens 2 Wasserflaschen müssen ins Zimmer geschleppt werden (ihr solltet meine Armmuskeln sehen!) und meistens ist das Zimmer ja nicht im Parterre. Nach der Dusche wird normalerweise die Statistik und die Reiseroute auf der Karte nachgeführt, Photos warden heruntergeladen und in die Galerie gestellt, Restaurant suchen furs Nachtessen gehört ebenfalls dazu, denn schliesslich wollen wir den nächsten Tag gestärkt beginnen. Die Nachrichten wollen wir auch noch lesen und ab und zu schauen wir uns noch eine Serie auf Netflix an. Wenn das nicht ausgefüllte Tage sind!

Vor 3 Tagen sind wir bei Eiseskälte (3 Grad) in Ruse gestartet. Zuerst gab e seine kurze Stadtrundfahrt, die Stadt war um 9.00 noch fast ausgestorben, alle Läden waren noch zu. Und nein, es war nicht Sonntag! Markus hätte gerne ein Paar neue Velohandschuhe gekauft, aber daraus wurde nichts. Nun muss er sich weiterhin mit dem begnügen, was er hat.

 

Die Tourenbike-Saison scheint loszugehen. Beim Verlassen von Ruse treffen wir einen Gelichgesinnten, der ebenfalls nach China unterwegs ist. Die meisten Tourenbiker, die wir bis jetzt getroffen haben, sind voll im Trend: sie haben Bärte… Markus fällt da aus der Reihe, das soll auch so bleiben.

 

Immer wenn unser Tacho mehr als 22 km/h anzeigt können wir davon ausgehen, dass es entweder bergab geht oder wir Rückenwind haben. Am Samstag war für den ganzen Tag Rückenwind angesagt. Einfach herrlich. Das war auch gut so, denn ich spürte noch die Erkältung und war nicht besonders fit. Kaum waren wir am frühen Nachmittag im Hotel in Tutrakan, einem kleinen abgelegenen Nest angekommen, habe ich mich für den Rest des Tages hingelegt. Der Blick aus dem Hotelzimmer war zumindest schön, direkt auf die Donau. Markus hatte ausgiebig Zeit, die Velos zu putzen, die Ketten zu ölen und sonst zu tun, was so dazugehört. Die Velos sehen fast wieder wie neu aus. Merci Markus!

 

Das Sonntags Frühstück war nicht ganz nach unserem Gusto. Es gab frittiertes Teiggebäcck, Schafskäse und Konfitüre. Das Gebäck lag mir den ganzen Tag auf dem Magen, war wohl etwas zu fettig. Auf und nieder, immer wieder war das  Motto des Tages bzw. der Strassenführung! Gottlob hatten wir eine eher kurze Strecke vor uns. Die frühe Ankunft im sehr schönen Hotel direkt an der Donau war genau das richtige für einen gemütlichen Sonntag. Endlich wieder einmal in Ruhe die Sonntagszeitung lesen, dazu einen Apéro trinken. Zudem ging noch ein Gewitter los, so dass wir nicht das Gefühl hatten, wir müssten das Hotel nochmals verlassen. Zumal es in Silistra eh nicht viel zu sehen gibt.  Im Hotel gab es ein ein sehr gutes Nachtessen: endlich wieder einmal einen Salat ohne Ziegenkäse, dafür mit getrockneten Tomaten und Avocado. Ihr seht, wir erfreuen uns an kleinen Dingen. Die Matratze hingegen liess zu wünschen übrig….wir waren heute Morgen beide gerädert…

Silistra ist die Grenzstadt zu Rumänien. Einmal mehr mussten wir die Grenze überqueren. Heute haben die Grenzformalitäten etwas länger gedauert, wir mussten ca. 30 min. in der Kolonne warten. Die Grenzbeamten haben ihren Job sehr sorgfältig gemacht, in jedes Auto hineingeschaut, Lastwagenchauffeure mussten die Ladung zeigen. Aber wir habens geschafft um dann zuzuschauen, wie die Fähre vor unserer Nase wegfährt. Somit konnten wir unseren heutigen Radlertag erst gegen 11.30 richtig starten. Die Fahrt war nicht besonders schön. Dafür haben wir unsere erste Autobahnerfahrung gemacht: von Festesi nach Cernavoda gibt es nur eine Verbindungsstrasse und das ist die Autobahn. Ich war unsicher ob wir da drauf dürfen, Markus war da zuversichtlicher. Kurz vor der Auffahrt hat ein Autofahrer neben mir gehalten und auf deutsch gefragt, wo wir hinwollen. Als ich gesagt habe, nach Cernavoda hat er geantwortet: 2 mal links abbiegen – das war eindutig die Autobahn. Zuerst mussten wir aber noch durch die Zahlstelle fahren. Die haben uns einfach durchgewinkt, wir mussten nicht mal etwas bezahlen! Ich hatte grossen Bammel vor dieser Fahrt. Mehrheitlich hatte es aber einen Pannenstreifen, den konnte wir ganz für uns alleine nutzen. Nur auf den Brücken war es eng: 2 Spuren ohne zusätzlichen Streifen – ein bisschen Blut geschwitzt habe ich schon – Markus geht das viel lockerer an, gibt mir dafür auch Rückendeckung und fährt hinten. Ein richtiger Gentleman halt!

 

 

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