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Letzte Tage in Bulgarien

Wir kommen im Hotel von Warna an. Vom Balkon unseres Zimmers aus sehen und hören wir unten auf der Strasse ein Gebimmel von Glocken. Da laufen Männer mit Glocken umgehängt durch die Strasse. Wir haben nicht herausgefunden, was das ist, aber immerhin haben wir einige Bilder davon gemacht. Warna bietet nicht allzu viel. Am Morgen sind wir bereit zum losfahren, da ertönt ein herzliches Hallo. Michael, den wir bereits in Mangalia bei einem Kaffeehalt getroffen und auch mit ihm geplaudert haben, ist ebenfalls hier. Wie schön, ein bekanntes Gesicht wieder zu treffen!

Der Fahrradtag bleibt nicht gross in Erinnerung. Wir strampeln unsere Kilometer und Höhenmeter ab, Autos fahren mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei. Das ist nach wie vor gewöhnungsbedürftig und bedingt volle Aufmerksamkeit: laufender Blick in den Rückspiegel, Strasse vor uns mit den plötzlich auftretenden Löchern im Griff haben, nicht über den Rand der Strasse fahren.

Wir haben ein Hotel am Schwarzen Meer in Osbor gebucht und reihen uns in die “all inclusive” Gäste ein. In einem riesigen Hotelkomplex haben wir ein schönes Zimmer mit Meerblick im 6. Stock. Wir sind froh, sind wir hier ausserhalb der Saison gelandet. Die Liegestühle sind zwar reihenweise vorhanden, die Anzahl der Gäste ist aber noch klein. Ein sehr kurzer Strandspaziergang rundet den Tag ab.

Wie heisst es doch so schön: “Aller guten Dinge sind drei”. Das war definitiv nicht meine Zeit: zuerst schleisse ich meinen Bügel der Sonnenbrille (gottlob ist Markus in solchen Sachen kreativ und kann es vorerst mal flicken), dann verliere ich einen Handschuh und am Montagmorgen esse ich ein gutes Körnerbrötchen und beisse mir von meinem Schneidezahn ein Stück ab. Zahnarzt ist angesagt. Dafür sind wir ja im richtigen Lande!

 

Die Fahrt führt über einige Hügel im Hinterland, bevor uns die Abfahrt zurück an die Küste für den Aufstieg entschädigt. Der Satz des Tages von Markus: “Wir sind übrigens nicht im Centovalli, sondern in Bulgarien!” So ähnlich war die Landschaft und der Aufstieg. Wieder an der Küste wollen wir es uns nicht entgehen lassen, im Ort Sonnenstrand (schon der Name ist vielversprechend) einen Kaffeehalt zu machen. Wir fahren ein -und wähnen uns in einer Geisterstadt. All die grossen Hotels, Supermärkte, unzählige Apotheken, Restaurants, Märkte, alles ist noch geschlossen und leer. Erste Vorbereitungsarbeiten für die kommende Saison sind im Gange, das ist alles. Keine Chance, ein offenes Kaffee zu finden. Wir müssen uns schlussendlich damit begnügen, beim Verlassen der Ortschaft an der Tankstelle Halt zu machen und uns ein Glacé und einen Espresso zu gönnen.

 

Dafür ist das Ankommen in Burgas umso schöner. Auf dem Radweg, der durch einen sehr schönen Park führt, gelangen wir zu unserem schmucken Hotel. Wir machen uns im Internet schlau, welchen Zahnarzt ich aufsuchen soll. Heute Morgen konnte ich bereits einen Termin vereinbaren. Und da bei mir der Zahnarztbesuch heute, Dienstagnachmittag 2.5 ansteht, bleiben wir einen Tag länger hier😊

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Hans Leuthold (Freitag, 05 Mai 2017 17:58)

    Hallo Marieclaire und Markus
    Zähne werden oft überschätzt! Nein Spass beiseite ist macht Freude eure Reise mit zu verfolgen. Rahel und ich waren euch einen Schritt voraus und haben Istanbul besucht, einfach nur mega. Für dich Markus ist es ja besonders einfach: Du wechselst deinen Namen auf Ahmed und schon hast du auch noch eine eigene Moschee in Istanbul.
    Ich verfolge eure Fahr weiterhin und schreibe ab und zu. Wenn ihr in Bulgarien weiter nach Süden fährt, alles dem Schwarzen Meer nach, dann kommt ihr nach Micurin, (sicher grundfalsch geschrieben, aber ich war vor 40 Jahren dort), ein wunderschöner Ort.
    Alles Liebe und Gute
    Hans & Rahel