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Istanbul - Kerpe

Wir verbringen einige Tage in Istanbul. Wir haben uns ein schönes Hotel mit Blick auf den Bosporus ausgesucht, wir haben ja was zu feiern! Zudem wollen wir uns von den Strapazen der ersten 8 Wochen etwas erholen, die Stadt erleben und sonst alles erledigen, was es auf einer solchen Reise zu tun gibt. Die Stadt bietet viel Geschichte, schöne Bauten wie die Hagia Sophia, die blaue Moschee oder den Topkapi Palast. (Geschichtliche Hintergründe lasse ich weg, die könnt ihr gerne selber im Internet nachlesenJ)Vom Galatas Tower hat man einen wunderschönen Überblick über die ganze Stadt. Wir waren auf dem Tower, als es zu regenen begann. Auf der einen Seite hatten wir Regen, auf der andern Sonnenschein. Herrlich. Wir liessen uns durch den grossen Bazar treiben, mit den vielen Gerüchen der Gewürze, den prächtigen Farben von Schals und Teppichen, Süssigkeiten in allen Farben und Formen, Schmuck, so weit das Auge reicht. Die Markthallen mit ihren farbigen Decken und Bögen sind herrlich anzuschauen. Das einzige was fehlte war das übliche Gedränge von vielen Leuten. Wir konnten ohne Hektik und viel Platz durch den Bazar schlendern, ab und zu hat uns ein Händler versucht, in den Laden zu locken, mehr nicht. Das war wirklich speziell. Auch sonst in der Stadt haben wir bemerkt, dass viele Lokale recht leer sind. Die Touristen bleiben fern. Schade, denn die Stadt (und auch das Land) bietet viel und ist auf alle Fälle eine Reise wert. Die Leute sind ausgesprochen offen und freundlich.

Im Hotel waren wir natürlich die Exoten. Wer reist schon mit einem Velo nach Istanbul? Wir wurden ausgefragt, das Personal wollte viel von unserer Reise wissen. Metin hat uns dann ganz spontan gefragt, wie alt wir sind. Mehmet meinte dann, Markus könnte ja sein Grossvater sein, er komme ihm aber eher wei sein Vater vor. Welches Kompliment! Zum Abschied gibts eine Fotosession vor dem Hotel.

 

Am Donnerstag, 11. Mai ziehen wir weiter. Wir nehmen die Fähre, um auf die Bosporus-Seite und somit auch nach Asien zu gelangen. Die beiden Verbindungsbrücken, die eine für die Eisenbahn, die andere als Autobahn, eigenen sich nicht für Fahrradfahrer (auch wenn wir von einem Walliser, aktuell auch auf Tour wissen, dass er es über die Autobahnbrücke geschafft hat, doch dieses Abenteuer lassen wir lieber weg).

Wir benötigen ganze 2 h und 27 km, um an die Stadtgrenze von Istanbul zu gelangen. Dies zeigt die Dimension dieser Stadt. Einfach immens!

 

Unser erstes Etappenziel ist Sile, eine kleine Stadt am Schwarzen Meer, mit einer schönen Bucht und vorgelagerten Felsen. Das Dorf liegt wunderbar gelegen uaf der Höhe eines Hügels, der auch “erfahren” werden muss. Wir werden dafür mit einem herrlichen Blick entschädigt. Kurzentschlossen entschieden wir uns für eine Übernachtung in einer Pension mit Blick aufs Meer und vor allem auf der Anhöhe (auf solche Kleinigkeiten achten wir zwischendurch!). Wie es der Zufall will, gehört diese PensionToni, einem Schweizer, und seiner Frau. Da fühlt man sich gleich heimisch.

 

Der Freitag war schlichtweg eine Tortour. Im Nachhinein müssen wir sagen, dass wir wahrscheinlich eine falsche Routenwahl getroffen haben. Eines haben wir definitiv erlebt: Höhenmeter sind nicht gleich Höhenmeter! Wir wollten einmal mehr dem Verkehr auf der Hautpverkehrsachse ein Schnäppchen schlagen und haben uns für die Nebenstrassen entschieden um nach Agva zu gelangen. Auch wenn wir im Vorfeld jeweils versuchen, uns ein Bild des Geländeprofils zu machen, dass wir so viele Anstiege mit mehrheitlich 10% Steigung erklimmen mussten, war uns nicht bewusst. Auch wenn wir zwischenzeitlich gut trainierte Beine haben, das war zu viel für uns. Etliche Male mussten wir einen Teil des Hügels das Fahrrad stossen¨. Immerhin sind wir doch in Agva angekommen. Dort gab es zur Belohnung einen herrlichen Cappucino!

 

Heute Samstag wurden wir für die Strapazen von gestern entschädigt. Prächtiges und vor allem warmes Wetter (30° sind angesagt) erwartet uns. Der Weg von Agva nach Kerpe war sehr schön. Die Steigungen waren moderat, so dass wir die hüglige aber unendlich weite Landschaft richtig geniessen konnten. Alles ist noch saftig grün, ab und zu sieht man Schaf- oder Ziegenherden. Diese Region ist zudem bekannt für seine Haselnussplantagen. Jährlich werden hier über 10’000t Haselnüsse geerntet.

Am Strassenrand wurden frische Erdbeeren verkauft, das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben auch gleich einen Sack voll am Strassenrand sitzend gegessen. Wow, die haben gut geschmeckt! Nach unserer Ankunft in einer Pesnion mit Blick aufs Schwarze Meer (wie sollte es anders sein) und einem Cay hat Markus die Fahrräder noch auf Vordermann gebracht (reinigen, ölen usw) während ich mich dem Blog schreiben widme.

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Kommentare: 1
  • #1

    Markus Annen (Mittwoch, 31 Mai 2017 20:20)

    Wow, das hört sich alles echt spanned an und ich staune wie diszipliniert ihr voranschreitet. Ich glaube ich hätte viel öfters einen Pausentag eingelegt und auf Dolce Vita gemacht. Ich stelle mir die Gespräche mit den Einheimischen sehr spanned vor. Wäre gerne wenigstens einmal dabei wenn ihr mit Händen und Füssen kommuniziert. Ich wünsche euch weiterhin starke Beine und viel Ausdauer und möge euch das Wetter nur von der besten Seite begegnen.

    Lieber Gruss
    Markus