· 

Patnos - Dogubeyazit

Wir starten unsere letzte 2-Tages Etappe in der Türkei. In Patnos sind die Geschäfte und Restaurants geschlossen, der Ramadan ist zu Ende und somit starten die 3 Feiertage, welche mehrheitlich mit der Familie gefeiert werden.  Auf der ganzen Strecke bis Agri begegnen uns viele Kinder. Alle sind fein herausgeputzt, die Knaben tragen Anzügen, die Mädchen stellen ihre schönen und farbigen Röckchen zur Schau.  Bei diesem schönen und zwischenzeitlich auch bei uns angekommenen warmen Wetter sitzen viele Familien draussen vor ihren Häusern, trinken Tee und servieren Süssigkeiten dazu. Auch wir werden einmal mehr zum Tee im Garten eingeladen.

 

Unterwegs sehen wir auf der Gegenfahrbahn 2 junge Männer mit einem Motorrad. Sie stehen am Strassenrand und winken den vorbeirasenden Autos zu. Es sieht ganz so aus, als hätten sie kein Benzin mehr im Tank. Kurzentschlossen machen wir kehrt. Wir können hier aushelfen! Schliesslich führt Markus immer 1/2l Benzin für den Benzinkocher mit. Die Beiden staunen nicht schlecht, als wir als Velofahrer bei ihnen Halt machen und ihnen unser Benzin offerieren. Die leere Petflasche funktioneren wir zu einem Trichter um, damit das kostbare Gut nicht auch noch verschüttet wird. Und siehe da, das Motorrad läuft wieder und wir haben sogar noch unsere gute Tat des Tages zum Ramadanende vollbracht.

Der Montag, 26. Juni, ist hart. Gut 90 km sind zu bewältigen und die Wettervorhersage meldet starken Gegenwind. Nicht schon wieder! Über 6h benötigen wir für diese Strecke. Markus und ich wechseln uns alle 15 min. ab, einmal fahre ich vorne, dann wieder Markus. Zudem machen wir etwas mehr Pausen als sonst. So gelingt es uns einigermassen, unsere Kräfte einzuteilen. Spass macht das definitv nichtL Am späteren Nachmittag treffen wir dann doch noch in Dogubeyazit ein. Auch hier sind die Geschäfte mehrheitlich noch geschlossen. Immerhin, ein Schnellimbiss  und ein kleiner Markt haben offen, so dass wir das Nachtessen mitnehmen und auf dem Balkon unseres schönen Hotelzimmers  einnehmen können. Zur Abwechslung erhlaten wir sogar Wein im Hotel, das entschädigt dafür, dass alles geschlossen ist.

 

Die Stadt Dogubeyazit ist die letzte grössere Stadt vor der Grenze zu Iran. Bekannt ist sie auch dafür, da sie am Fusse des Berges Ararat liegt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Ishak Pasa Sarayi, der hoch über der Stadt and bester Lage erbaut wurde. Dieser Palast zählt zu den imposantesten Motiven der Türkei. Er wurde im 18. Jh durch den kurdischen Emir Ishak Pasa, reich geworden durch Raubzüge und Wegzölle, ausgebaut. Dazu verwendete er eine bereits bestehende Burganlage. Unser Ausflug und die Besichtigung des Palastes hat sich wirklich gelohnt.

 

Insgesamt verbringen wir 4 Tage hier in Dogubeyazit. Wir ruhen uns vor allem aus, lessen viel und treffen die letzten Vorbereitungen für die Einreise in den Iran. Markus hat ein neues Samsung gekauft. Endlich hat er wieder einmal ein “Spielzeug” . So können wir dann im Iran eine iranische SIM-Karte kaufen und in diesem Gerät einsetzen, gegebenfalls Hotspots errichten usw.

 

Wir haben die Details unserer Reiseroute, vorerst mal bis Teheran, nochmals überprüft, geschaut, wo es Unterkünfte hat und wo wir ggf. unser Zelt aufschlagen müssen. Karten für den Iran müssen geladen werden, die Zahlen auf Farsi sollten wir noch lernen, uns mit der neuen Währung vertraut machen (1€ =37’000 Rial, da brauchen wir ja fast noch eine weitere Gepäcktasche!), die wichtigsten Wörter kennen.

 

Mit unseren langen Hosen, die wir ab Übermorgen tragen werden, sind wir zum Schneider gegangen. Da die Hosenbeine etwas weit sind, haben wir Klettverschlüsse annähen lassen. So können die Hosenbeine etwas enger gemacht werden, damit sie nicht in die Kette kommen. Eigentlich wollte ich Druckknöpfe anbringen lassen, aber die scheint es hier nicht zu geben. Nach 3 Versuchen bei 3 verschiedenen Schneidern haben wir es aufgegeben und uns für die Klettverschlussvariante entschieden. Wie ihr seht, gibt es viel Kleinkram zu erledigen…. Tagfüllend….

 

Gestern Abend haben wir noch unerwartet Buhin zum Nachtessen getroffen, einen Türken, den wir vor ca. 4 Wochen in Refahye kennen gelernt hatten. Er ist einige Tage auf Urlaub und reist in der Osttürkei herum. Dank meinem Posting des Ararat auf Facebook hat er festgestellt, dass wir zufälligerweise im gleichen Ort sind. Neue Medien sei Dank, hat er sich bei uns gemeldet. Wir haben einen interessanten Abend mit ihm verbracht und wieder einiges mehr über Land und Leute erfahren.

 

Jetzt warten wir nur noch darauf, dass übermorgen endlich unser nächstes Abenteuer im Iran startet.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0