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Bandar e Anzali - Sari - Teheran

Wir sitzen im Bus nach Teheran und stecken fest (17.7.) - der Bus hat eine Panne. Super! Das hat uns gerade noch gefehlt! Die Klimaanlage funktioniert  logischerweise auch nicht mehr und so wird es ziemlich schnell warm im Bus. Wir hatten uns darauf eingestellt, in ca. 4h von Sari aus in Teheran zu sein um unsere 10 velofreien Tage zu starten und uns der Geschichte des Irans zu widmen. Das könnte aber noch dauern, bis wir in Teheran ankommen! Da loben wir uns unsere zuverlässigen Velos. 7000km ohne Pannen😎😁

Das gibt mir Zeit, euch wieder ein Update zu geben. (Panne hat ca. 1h gedauert, dann fuhr der Bus wieder)

Von Bandar e Anzali ist für die nächsten 600km Flachetappe angesagt, da wir der Küste folgen. Von der Küste sehen wir jedoch nicht viel. Die Strasse führt nicht genau dem Meer entlang. Am Anfang ist es noch grün, Reisfelder und Teeplantagen wechseln sich ab. Rechts von uns erheben sich die Berge. Doch dieses Bild ändert sich relativ rasch. Von einer Minute auf die andere folgt ein Gebäude dem andern, auf fast 150km gibt es nur noch ein Outlet Store für Kleider nach dem andern. Hier findet man alle Marken: Addidas, Nike, Reeboke, Converse, Lacoste, Zara, Armani, Massimiliano Dutti, und viele mehr. Ein Traum für alle, die auf Shoppingtour gehen möchten. Viele Teheraner verbringen, wie uns erzählt wurde, ihr Wochenende am Meer, haben hier ihre Ferienvilla. Nichts desto trotz haben wir uns immer wieder gefragt, wie das alles rentieren kann. Die verschiedenen Dörfer und Städte gehen ineinander über. Wir merken den Wechsel einer Ortschaft vor allem daran, weil am Anfang immer zuerst die Autowerkstätten sind, abgelöst von Möbelhäusern,  Haushaltsgeräten, dann kommen die ersten mobilen Früchtestände, erste Imbisslokale und erst dann, wenn wir uns dem Zentrum nähern, kommen die kleinen Läden für den täglichen Gebrauch mit Lebensmitteln, Waschmitteln und Getränken. Grosse Einkaufsläden wie Migros oder Coop gibt es kaum. Gemüse und Früchte gibt es vor allem auf dem Markt oder im Gemüse- Früchteladen zu kaufen.

 

Der Verkehr ist immens, wir geniessen jede Minute, die nicht allzu lärmig ist. Wir übernachten 2 mal in Aparthotels mit Blick aufs Meer. Immerhin bekommen wir da das Meer zu Gesicht. Der Strand ist besetzt mit Zelten und einheimischen Touristen, ein für uns bereits bekanntes, aber immer wieder faszinierendes Bild. Das Wetter gestaltet sich grau in grau, ab und zu gibt es sogar einen Regenguss. Markus und ich sind nicht sicher, was uns besser passt. Eher regnerisches Wetter, dafür einigermassen angenehme Temperaturen (feucht ist es eh) oder Sonnenschein und schwülheisse Temperaturen.

Erst als wir die Küste verlassen und auf kleineren Strassen Richtung Sari fahren, wird es landschaftlich wieder grün und schön und der Verkehr wird weniger. Welche Wohltat😎😄

Nebenbei schaffen wir den 7000-sten Kilometer. Wir stossen mit warmem, nach Plastik riechenden Wasser an!

In Sari nehmen wir es gemütlich, verweilen einige Zeit im Park und putzen mal wieder unsere Velos, lesen und organisieren uns für unsere velofreien Tage in Teheran, Shiraz und Isfahan. Wir gönnen uns auch einen Tagesausflug mit dem Taxi nach Badab e Surt zu den Salzterrassen und den heissen Mineralquellen. Der Ausflug hat sich gelohnt. Die Hinfahrt ist herrlich und führt durch viele Reisfelder. Inmitten des Gebirges gelegen, ohne grossen Touristenrummel geniessen wir den herrlichen Ausblick, die schönen Terrassen. Die Einheimischen nehmen sogar ein Schlammbad und fordern uns auf, es ihnen gleichzutun. Wir lehnen dankend ab. Ich müsste ja komplett angezogen ins Wasser steigen...inkl. Hijab.😞

Am Abend vor unsere Busreise nach Teheran packen wir (wieder einmal) unsere Siebensachen zusammen. 3 Satteltaschen und das Fahrrad lagern wir im Hotel in Sari, wir nehmen nur eine Satteltasche mit. Das nennt sich light travelling! Und das funktioniert sogar😀 Probiert es doch selbst mal aus…. 

Nun geniessen wir Teheran bereits den 3. Tag. Die ersten zwei Tage war Sightseeing angesagt. Heute läuft wenig, es ist ein Feiertag, Museen, Läden, Bazar, fast alles ist geschlossen. Wir nutzen die Zeit, unsere Dokumente für die Visaverlängerung zusammenzustellen, was gar nicht so einfach ist. Markus kann davon ein Lied singen, in der Hotelreception die richtigen Kopien in der richtigen Anzahl zu bekommen. Und dann sollte auch noch der Boardingpass für den Flug nach Shiraz ausgedruckt werden...Nach 2 geschlagenen Stunden und am Schluss ziemlich genervt, hat es Markus zu 99% geschafft. Ich habe die Zeit genutzt, um an meinen langen Velohosen Druckknöpfe anzunähen und die Hosenbeine etwas enger zu machen. Die Velokette wird es danken… und die Hose ebenfalls, da nicht mehr so verschmiert. Jetzt sitzen wir in einem nahegelegenen Park und geniessen das Nichtstun.

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