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Teheran - Shiraz - Esfahan - Teheran - Sari

Nebst Sightseeing in Teheran hatten wir auch Kontakt zu lokalen Leuten. Das macht es spannend, in Gesprächen erfahren wir viel mehr über das Land. Einen Abend verbrachten wir in der Familie von Leila. Leila und ihren Mann Nassar aus Teheran hatten wir beim Warten  am Grenze zum Iran kennen gelernt. Spontan hatten sie uns zum Nachtessen in Teheran eingeladen.  Es wurde ein sehr gemütlicher Abend bei einem feinen Essen. Merci Leila für die tolle Gastfreundschaft.

 

Die nächsten Tage waren wir on tour. Wir hatten das grosse Glück, mit Shahdeh, welche wir bereits in Tabriz kennen gelernt hatten, unterwegs zu sein. Sie hatte uns angeboten, dass wir sie und ihren Kollegen Felix auf ihrem Ausflug in den Süden begleiten können. Wir haben selten in so kurzer Zeit so viel gesehen, erlebt und über die Geschichte des Irans erfahren wie in diesen 5 Tagen.

Mit dem Flugzeug sind wir direkt nach Shiraz geflogen. Seit langem haben wir eine Landschaft wieder von oben angeschaut. Es war herrlich, über die Wüstenlandschaft zu fliegen und auch Salzseen zu sehen. Wir waren bereits am Mittag vor Ort, so hatten wir am Nachmittag bereits Zeit, einige Sehenswürdigkeiten in Shiraz zu besuchen. In diesen 1 ½ Tagen haben wir gesehen: Hamam, Nasin al-Mulk Moschee, Garten Bagh-e Eram, Zitadelle, Zinat al Moluk Haus (Spiegelhaus), das Grab von Hafez, Vakil Bazar (natürlich wie immer) und noch einiges mehr.  Durch die meisten dieser Sehenswürdigkeiten hat uns ein Tourguide, geführt, so dass wir auch die geschichtlichen und kulturellen Hintergründe erfahren haben. Es war höchst spannend und interessant.

 

Am ersten Abend haben wir die iranische Küche genossen, begleitet von Musik und Tanzvorführung. Am 2. Abend sind wir nach dem Nachtessen zum Quran Gate, dem Eintrittstor nach Shiraz (sofern man mit dem Bus oder Auto anreist). Wir waren überrascht, wie viele Leute unterwegs waren, Musik gemacht und ihre Shishah geraucht haben. Männer haben draussen zur Musik getanzt. Das ist sehr aussergewöhnlich, selbst für Iraner, dass im öffentlichen Raum so ausgelassen und unbekümmert das Leben genossen wird.

 

Die Einwohner von Shiraz sind dafür bekannt, “faul” zu sein. Es wird nur so viel gearbeitet wie nötig. Sie selbst machen Witze und lachen über sich selbst. Dafür sind sie auch sehr umgänglich und stets zu einem Spass bereit. Ganz im Gegensatz dazu sind die Leute von Esfahan. Diese wollen wenn immer möglich ein gutes Geschäft machen, versuchen dich übers Ohr zu hauen, wo sie nur können, jammern viel und sind auch streitsüchtig. Shahdeh kann davon ein Lied singen. Sie musste sich viel anhören (inkl. Beleidigungen) und hat uns nur teilweise übersetzt, was ihr alles an den Kopf geworfen wurde! Nach 2 Tagen Esfahen und der Rückfahrt nach Teheran hatte auch sie genug von den Esfahani-Leuten und ihrem Gezänke. Gottlob hatten wir sie dabei! 

 

Der Besuch von Persepolis, einem UNESCO-Weltkulturerbe und Naqsh-e-Rostam (Felsengräber) war natürlich auch ein Muss! Der Grundstein für Persepolis geht auf 518 vChr. zurück und wurde durch Darius aufgebaut. Sie war eine der Hauptstädte des antiken persischen Reiches. Die Stadt wurde jedoch bereits 330 vChr. von Alexander dem Grossen wieder zersört. Wofür Persepolis genau gebaut wurde ist bis heute unklar. Man geht davon aus, dass es nur für 2 festliche Gelegenheite pro Jahr genutzt wurde. Die Grösse dieser Ruinenstadt ist sehr beeindruckend, wir haben einige Stunden dort verbracht, unter kundiger Führung durch unsere Tourenführerin vom Vortag. Auch wenn viel kleiner, haben Markus und mir die Felsengräber fast mehr imponiert als Persepolis.

Ein weiteres Highlight war Esfahan, insbesondere Naqsch-e Dschahan beim Sonnenuntergang am Abend und nachts, wenn der ganze Platz beleuchtet ist. Esfahan widerspiegelt gemäss einem iranischen Sprichwort die halbe Welt. Die Eindrücke sind unbeschreiblich – am besten, ihr seht es euch selbst an. Ein weiteres Wahrzeichen sind die Brücken, die nachts ebenfalls beleuchtet sind. Schade nur, dass der Fluss bei unserem Besuch kein Wasser führte. Das Wasser fliesst nur alle 2 Monate für 10 Tage, ansonsten wird das Wasser, da Trinkwasser, in die andern Städte geleitet. Eindrücklich war auch die Masjed – Jame Moschee ; Monar Jonban, die wackelnden Minarette, die armenische Vank-Kathedrale, der Chehel Stoung Pavillon mit Garten und vieles mehr.

Eine kleine Wanderung zum Feuertempel, natürlich in der Mittagshitze, haben wir auch unternommen. Der Aufstieg hat sich gelohnt: wir hatten einen herrlichen Ausblick über die ganze Stadt Esfahan.

 

Auf dem Rückweg nach Teheran haben wir trotz Wüstenhitze Halt gemacht in Natranz, Abyone und Kashan.

 

Auf diesm Ausflug haben wir die Vielfältigkeit der iranischen Küche doch noch kennen gelernt. Gegessen haben wir definitv genug und unseren Wanst wieder gefüllt; es gab nebst Kebab ein spezielles Gericht kalam polo (Chabis mit Reis Gericht), dann eine Spezialität aus Lunge und Leber, genannt Byriani (ich habe grosszügig darauf verzichtet) und vieles mehr. Die Süssigkeiten sind ebenfalls ein Genuss.

 

Der 5-tägige Asuflug war ein voller Erfolg. Wir haben uns bestens amüsiert, viel gelacht, eine unmenge an Photos gemacht und sind reich an Eindrücken und todmüde wieder in Teheran angekommen. Ein herzliches Dankeschön an Shadeh, die alles so toll organisiert hat und uns enorm viele Informationen gegeben hat.

 

Die letzten beiden Tage in Teheran haben wir vor allem damit verbracht, unser Visa zu verlängern, was reibungslos über die Bühne ging, sonst einiges zu organisieren, mit Leila und ihrer Tochter Deniz nochmals Kaffee zu trinken. Zum krönenden Abschluss unseres Teheran-Aufenthaltes waren wir bei der Mutter von Shahdeh zum Mittagessen eingeladen – iranische Küche vom Feinsten.

 

Danach sind wir in den Bus nach Sari gestiegen.

 

Schön ist es wieder unsere Fahrräder zu bewegen, auch wenn die Hitze uns noch etwas zu schaffen macht. Nun sind wir unterwegs Richtung Mashhad.

 

P.S. Mit Fotos müsst ihr euch vorerst noch gedulden. Der Upload von Fotos mit der Geschwindigkeit des Netzes ist leider nicht möglich!

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Freitag, 04 August 2017 08:45)

    Jetzt bin ich endlich nach langer Zeit mal wieder dazu gekommen, Eure Seite zu besuchen. Hochachtung! Ihr habt bisher eine super Leistung erbracht und gemäss Euren Berichten und Fotos geht es Euch bestens...viel Spass und noch viele weitere spannende Erlebnisse! Wärtsilä lässt Euch ja scheinbar auch nicht los (siehe Begegnung in der Türkei). Liebe Grüsse und weiterhin alles Gute!
    Susanne Sachse