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Mashhad - Sarakhs

Den letzten Tag in Mashad nutzen wir fürs Einkaufen, denn in den nächsten Tagen wird es nur wenige Einkaufsmöglichkeiten geben. Auf der Einkaufsliste stehen Trockenfrüchte, Früchte und Gemüse, Kaffee, Guetsli, Nudelgerichte und sonstige Kleinigkeiten. Vor allem aber benötigen wir genügend Wasser, da wir Wüstengebiete durchqueren und zudem campen werden. Nach der zwar kurzen aber doch velofreien Pause sind wir etwas angespannt und fragen uns, wie gut wir wohl vorwärtskommen werden und ob unsere Fitness nicht abhanden gekommen ist. Schliesslich stehen längere Etappen vor uns!

 

Am 26. August ist es soweit, die Reise geht weiter. Wir stehen bereits um 5.30 Uhr auf, packen unsere Fahrräder und genehmigen uns nochmals ein ausgiebiges Frühstück vom ausgezeichneten Frühstücksbüffet, als wäre es unsere “Henkersmahlzeit”. Endlich können wir wieder in die Pedale treten. Es fühlt sich herrlich an! Wir stellen einmal mehr fest, das Fahrradfahren hat uns gefehlt.

 

Relativ schnell lassen wir Mashhad hinter uns. Vor uns liegen fast 200km durch fast unbewohntes Gebiet, durch karge Landschaft. Einzige Begleiter sind die immer weniger werdenden Autos und Lastwagen, der Gegenwind, der uns um die Ohren pfeift und die Gebirgszüge. Nur ab und zu sehen wir noch eine Schafherde, die sich vom wenigen Gestrüpp ernährt. Für die Strecke bis Sharaks haben wir 3 Tage eingeplant um ja sicher rechtzeitig an der Grenze nach Trukmenistan anzukommen. Wie es die Vergangenheit bereits einige Male gezeigt hat, sind wir zügig unterwegs und schaffen die Distanz nach Sahraks in 2 Tagen. Unterwegs halten wir alle 20 bis 30 min. um Wasser zu trinken. Die Luft ist so trocken, dass wir kaum schwitzen und somit auch nicht merken, wie viel Wasser wir effketiv verbrauchen.  Bei einem dieser Stopps hält unerwartet ein Auto neben uns. Wir freuen uns schon auf einen kalten Schluck Wasser, der uns allenfalls angeboten wird. Weit gefehlt. Da steigt doch tatsächlich ein Mann aus und fragt uns, ob wir ihm etwas Wasser geben könnten. Nach all der Hilfsbereitschaft, die wir im Iran erleben durften, sind wir ja nicht so, dass wir diesen Wunsch verwehren könnten. Also reichen wir ihm eine unserer Wasserflaschen. Die Reaktion des Mannes hat uns aber dann doch sehr überrascht: er trinkt einen ersten Schluck Wasser, spuckt es wieder aus und beklagt sich, dass das Wasser schlecht, viel zu warm und eh nicht trinkbar ist und fährt wieder davon!

 

Am späteren Nachmittag des 2. Tages treffen wir nudelfertig in Sarakhs ein! Die zwei Etappen mit mehr als 90 km, zudem einmal mit zusätzlich 500 Höhenmetern und Gegenwind hatten es in sich! Todmüde fallen wir ins Bett.

 

Iran hat uns sehr gut gefallen! Wir hatten viel Zeit, Land und Leute kennen zu lernen und nehmen viele positive und schöne Erinnerungen mit! Goodbye Iran!

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