· 

Samarkand

Wir sind in einem schönen kleinen Familienhotel im russichen Viertel von Samarkand einquartiert. Sogar einen Innenhof mit kleinem Pool und einem riesigen Birnenbaum hat es. Wir schätzen die Möglichkeit, wieder einmal in einem Garten zu sitzen, zu lessen und einen Tee oder ein Glas Wein zu trinken.

 

Am späteren Nachmittag, etwas ausgeruht, machen wir uns zu Fuss auf den Weg für den ersten Erkundungsgang in Samarkand. Die Distanzen zu den Sehenswürdigkeiten sind um einiges grösser als in Buchara. Als erstes treffen wir auf das Gur-Emir- Mausoleum, das Grab des Fürsten bzw. Amir-Timur Mausoleum. Die blauen Kuppeln sehen wir schon von weitem und erscheinen in einem schönen Licht . Der Dichter Alisher Navoi soll gesagthaben: “ Die Kuppel von Gur Emir ist wie das ewige Himmelsgewölbe, die ganze Erde spiegelt sich darin”. Auch im Innern des Mausoleums werden wir überrascht von den schönen blauen Fliesen, dem Marmor und den Goldbemalungen. Wir sind in einer andern Welt angekommen. Wir lassen uns Zeit und kommen kaum aus dem Staunen heraus. Jeder Winkel, jeder Turm, jede Kuppel ist einzigartig und atemberaubend. Und immer wieder begeistern uns die Inschriften, die verschiedenen blauen Fliesen in Kombination mit den Lehmziegeln. Welche Farbenpracht! Gottlob haben wir genügend Zeit in Samarkand eingeplant und müssen so nicht durch die Sehenwürdigkeiten rasen. Den Besuch des Registan mit seinen Medresen, die Bibi-Chanum Moschee und dass Bibi-Chanum Mausoleum sowie die Gräberstadt Schah-I Sinda heben wir uns für die nächsten beiden Tage auf. Aufs Neue sind wir wieder begeistert. Wir suchen uns ab und zu ein schattiges Plätzchen aus, setzen uns hin, ich lese die passenden geschichtlichen Hintergründe zu den Sehensürdigkeiten vor und dann lassen wir alles auf uns einwirken und lassen unseren Gedanken freien Lauf. Einfach herrlich!

 

Was ebenfalls wunderbar zu beobachten ist, sind die einheimischen Touristen: Die Frauen putzen sich fein heraus, tragen ihre farbigen Kleider, das passende Kopftuch dazu, sie tragen ihren Schmuck zur Schau und wenn sie lachen, erscheinen oftmals die goldigen Zähne. Sie lassen sich auch gerne fotografieren, da haben sie keine Scheu. Auch etliche Hochzeitspaare, lassen sich vor der Kulisse der schönen Medresen fotografieren. Einige Verkäufer bieten ihre Ware feil: Keramik, Seidenprodukte, Bilder, Schmuck. Auch ich habe mir einen schönen Seidenschal gekauft, den ich nun als Zusatzgewicht mittrage. Das mache ich gerne!

 

Für das Nachtessen suchen wir uns jeweils schöne Lokale aus und geniessen das usbekische Essen. Auch wenn diese Restaurants im Tripadvisor und teilweise in den Reiseführern erwähnt sind, treffen wir mehrheitlich usbekische Gäste an. Wir stellen fest, dass diese gerne laute Musik zum Essen hören, seien dies nun Livebands oder Musik ab Band. Zwischendurch und auch nach dem Essen tanzen mehrheitlich die Frauen. Vom kleinen Mädchen, welches sich schon perfekt zur Musik bewegen kann bis zum Grosi sind sie alle auf der Tanzfläche, eine ausgelassene Stimmung herrscht vor. Vielleicht trägt auch der Wodka dazu bei, der fast auf jedem Tisch steht? Ich werde von diversen Frauen ebenfalls aufgefordert mitzutanzen, was ich gerne mache. Diese Abende werden in bester Erinnerung bleiben.

 

Neben dem Besuch der bekannten Sehenswürdigkeiten haben wir einen Spaziergang durch das russische Viertel und den einen oder andern Park gemacht. Die Stadt ist sehr grün und gepflegt. Es hat viele Parks und Alleen, die Strassenränder sind oftmals begrünt und bepflanzt, vor allem auch mit Basilikum. Welch herrlicher Duft überall!

 

So schnell vergehen die Tage, dass wir uns bereits wieder mit Essen, Wasser und Gigabites für die nächste Etappe eindecken müssen. Adieu Samarkand!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0