· 

Sammelsurium von Impressionen und Gedanken nach 3 Wochen China

China ist anstrengend – keiner versteht ein Wort englisch und wenn wir etwas auf chinesisch sagen, bedeutet es sicher etwas anderes! Schon nur das Wort “Danke” bedeutet, je nachdem wir es ausprechen wirklich “Danke” oder “Westen”.

China, das Land der Gegensätze; 

  • Millionenstädte – riesige Landflächen mit kleinen Dörfern – Terrassenanbauflächen, so weit das Auge reicht
  • Riesige Hochhäuser – kleine Häuser aus Ziegel oder Lehm ohne Wasser
  • Arm – reich
  • Südchina – Nordchina: unterschiedliche Ethnien, Sprachen, Religionen, Kulturen, historische Entwicklung, Klima
  • Breite, moderne, neue Autobahnen – Hauptstrassen sehr gut bis total schlecht – Seitenstrassen meist ungeteert, mit dem Ergebnis, dass entweder alles staubig oder bei Regen alles sumpfig und dreckig ist
  • Überlandbusse teilweise im mässig gutem Zustand – topmoderne Hochgeschwindigkeitszüge       

Das Land ist sehr fortschrittlich bezüglich Bezahlung mit Apps. 

Handy’s sind in; zum Uebersetzen, Fotografieren.

Wir sind ein beliebtes Fotosujet – wir fühlen uns fast wie Hollywoodstars. Chinesen haben keine Berührungsängste: sie zücken ihr Handy, stellen sich vor uns hin, machen ihr Foto und lächeln freundlich. Wir lächeln zurück und machen es ihnen nach!

 

Die bekannten Sehenswürdigkeiten sind imposant, so die Terracotta Armee, die Meiji Shan Grotten, diverse Tempelanlagen, die im Nichts irgendwo auftauchen. Wir sind beeindruckt von den Dimensionen und fragen uns wie bei etlichen andern Sehenswürdigkeiten der Welt, mit welcher Arbeitstechnik diese wundervollen Werke erstellt wurden. Interessant ist es zu erleben, wie ruhig die Besichtigungen dieser Sehenswürdigkeiten ablaufen. Trotz vieler Besucher kommt keine Hektik auf, immer findet sich eine Lücke oder ein Platz zwischen den Besuchern mit guter Sicht. 

 

In China wird gebaut, was das Zeug hält, ob Hochhäuser, ganze Städte oder auch Einfamlienhäuser. Der Städtebau im Niemandsland überrascht uns immer wieder aufs Neue. Wir befahren teilweise Orte, die wie Geisterstädte aussehen: ein Hochhaus reiht sich an das andere, alle sind unbewohnt. Gemäss Info stehen in China aktuell 60 Mio. Wohnungen leer!!! Kauft man eine Wohnung, hat man diese gemäss Gesetzt währen 70 Jahren im Besitz, dann gehört sie wieder dem Staat. Wie das genau funktioniert und nach 70 Jahren umgesetzt wird, konnte uns die Reiseführerin nicht sagen.

 

Wo wir hinschauen, ob Stadt oder Land ausser in neuen Stadteilen, überall sieht es in den Wohngebieten aus als ob gerade Sperrmüllabfuhr wäre. Alles was noch gebraucht werden könnte liegt ums Haus herum; alte Pneus, irgendwelche Metallteile, haufenweise Petflaschen, Holz zum heizen oder kochen, irgenwelche alten Stühle oder zerrissene Sofas, die immer noch im Gebrauch sind, Parabolspiegel, welche zum Kochen von heissem Wasser genutzt werden. Das Meiste davon ist mit einer Staubschicht bedeck – kein Wunder bei diesen teilweise staubigen Strassen. 

 

Für die Anzahl Bewohner hat das Land vergleichsweise wenig Verkehr, zumindest im nördlichen Teil von China. In Xi’An sind vor allem grosse Autos, dreirädrige Fahrzeuge, Elektroroller und einige Velos anzutreffen. Je weiter westlich wir fahren, je mehr Motorroller sind auf den Strassen.

 

Velowege oder Velostreifen gibt es fast überall! Das schätzen wir sehr!

Autos und Lastwagen sind sehr rücksichtsvoll gegenüber Velofahrern, super für uns!

Gewöhnungsbedürftig ist nur der Rechtsvortritt, er gilt IMMER.

 

Die Strassenränder werden überall gepflegt. Ganze Trupps von Putzmann-/frauschaften sind mit ihren Besen unterwegs und wischen den ganzen Tag oder räumen den Abfall weg, andere kümmern sich um die Bepflanzung entlang der Strassen. Nichts von Putzwagen oder so…

 

Wo sind die vielen Chinesen? Wenn wir nicht gerade in einer Millionenstadt sind, fragen wir uns ab und zu, wo all die Leute sind. Wir sehen sie einfach nicht. Die Felder sind zwar gepflegt, doch nur ab und zu sehen wir einige Feldarbeiter. Wenn wir aber Ausschau halten nach Campingmöglichkeiten, taucht überall aus dem Nichts irgend jemand auf.  Das ist uns ein Rätsel!

 

Das Essen ist sehr gut und schmackhaft. Unser Gemüseverzehr hat sich in China verdoppelt. Gemüse zum Frühstück und Nachtessen! Ich gehe aber davon aus, dass Markus deswegen noch nicht zum Vegetarier wird. Noodelgerichte sind super. Im Norden Chinas isst man mehrheitlich Noodeln, im Süden Reis.

Essmöglichkeiten hat es viele, nur muss man wissen, wo die Lokale zu finden sind, was nicht immer einfach ist. 

Das Chambre Séparée im Restaurant ist keine Seltenheit! Als ob wir nicht schon genug Tête à tête hätten!

Unterdessen sind wir versiert; Fisch zerlegen oder eine Spiegelei essen mit Stäbchen ist kein Problem.

 

Bezüglich Hotels sind wir bis jetzt gut bedient. Es werden ja laufend Neue  gebaut. In kleinen Städten hingegen sind wir froh, überhaupt ein Bett zu finden. Wir haben erst einmal erlebt, dass wir abgewiesen wurden, weil wir Ausländer sind. Übrigens, wenn man auf maps.me nach Unterkünften sucht, findet man die Begriffe Hotels (Tourismus) bzw. Liebeshotel (Freizeit)!

 

Gefällt uns China? Wir wissen es noch nicht! Es ist spannend, interessant, eine Erfahrung wert. Begeistert sind wir noch nicht. Wir freuen uns nichts desto trotz auf alles, was noch auf uns zukommt.

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Christen Ruth (Donnerstag, 10 Mai 2018 14:04)

    So langsam komme ich aus meinem seelischen Schneckenhaus heraus und habe es heute umso mehr genossen, Eure Berichte der letzten Wochen zu verfolgen.
    In meiner Phantasie, dank Eurer informativen, tollen Beschreibungen nehme ich die 1000 Treppenstufen fast virtuell in Angriff und geniesse die Bewunderung der Maijishan Grotten und der anderen vielen Sehenswürdigkeiten. So freue ich mich auf weitere spannende Berichte und wünsche Euch wärmere Temperaturen und keine solchen "Schlammtage mehr. En liebe Gruess Ruth